begründet 1981 von Edgar Külow (1925-2012), Kabarettist, Autor, Schauspieler & Regisseur

Die Distel

Seit dem Jahr  1974 war Edgar Külow regelmäßiger Autor, Darsteller und Regisseur des – oftmals auch innenpolitisch umstrittenen  – Kabaretts DIE DISTEL in Berlin – direkt am Grenzübergang am Bahnhof Friedrichstraße gelegen. Dort konnte er viele polemische Texte unterbringen und mit dem Ensemble diskutieren. Das erste von Edgar Külow selbst inszenierte Programm an diesem Hause war im Januar 1974 „Eine kleine Nachtboutique“.

Bis 1989 konnte der Profi Edgar Külow dann auch ein halbes Dutzend weiterer Programme dort inszenieren, wobei ihm berufliche Erfahrung und jahrzehntelanges  Wissen um die parteioffizielle „Linie“ sehr entgegen kamen.  Die DISTEL blieb bis zur politischen Wende in der DDR das Nonplusultra von Berlin-Besuchern und Touristen, die etwas „Authentisches“ über den Arbeiter-und-Bauern-Staat in Erfahrung bringen wollten…

Programm "Hurra ist eingeplant" 1978

Programm „Hurra ist eingeplant“ 1978

Beim Programm „Hurra ist eingeplant“  (Regie: Edgar Külow) im Jahr 1978 bedurfte es z. B. des eigenhändig  handschriftlichen Vermerks von ZK-Sekretär Günter Schabowski im „Neuen Deutschland“, um das Probenfoto einer Inszenierung  als „frei gegeben“ für das allgemeine Publikum zu erwirken.

Besonders beliebt beim Publikum und den staatlichen Behörden suspekt waren die so genannten DISTEL-Autorenabende, bei denen Edgar Külow 1975 bis 1978 häufig als „Versammlungsleiter“ mit Kollegen wie bspw. Jürgen KlammerRenate Holland-Moritz, Jochen Petersdorf, Heinz Knobloch,  Peter Ensikat u. a. agierte.

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